Von Zeit zu Zeit geraten wir alle in eine Phase der Trägheit. Wir fallen in ein kleines Loch, in dem es kaum Inspiration oder Motivation gibt. Es ist fast schon ein beklemmendes Gefühl und die Gewissheit, es könnte alles anders sein macht es nicht besser.

“feeling stuck” oder auch “im Loch sein” bedeuten, dass du in aktuellen Routinen deines Tages oder (tragischer formuliert) deines Lebens festhängst und nicht vor rankommst, egal ob du bereits weißt wo du hin willst oder nicht. Man ist unmotiviert, kann sich nur zum nötigsten aufraffen und steckt im Alltagstrott fest. Stunden ziehen an einem vorbei und das Wochenende ist einfach nur eine Dauerschleife aus Schlafen, Essen und gelangweilten Medienkonsum (a.k.a. Netflix Serien, YouTube Videos oder auch das alltägliche Fernsehprogramm). Die Arbeit wird erledigt, man nimmt Essen zu sich, man schläft irgendwann am Abend ein und wacht auf um wieder zu arbeiten und irgendwie gibt es nichts, was einen aufgeregt sein lässt.

Im heutigen Post zeige ich euch, wie ihr mit kleinen Veränderungen wieder aus diesem Loch herauskommen könnt. Erwartet nicht, dass ihr von jetzt auf gleich, von heute auf morgen wieder super motiviert und inspiriert durchpowern werdet. Es sind nur kleine Veränderungen, die den Ball langsam ins Rollen bringen werden.

Warum nur kleine Veränderungen?

Wenn man in diesem Loch sitzt, ist alles, wirklich ALLES irgendwie anstrengend. Sogar auf der Couch liegen und durch das Programm zappen ist beinahe schon zu viel. Und jetzt sollst du große Veränderungen vornehmen? Auf einmal soll die Energie dafür da sein sich aufzuraffen? Den ganzen “Alltagstrott” aus seinem Leben zu schneiden und durch neues zu platzieren klingt toll, aber ganz ehrlich, wir können am ersten Tag keine Berge versetzen. Und das ist ein Berg.

Stattdessen beginnen wir mit kleinen Veränderungen. Kleine Sachen werden in der Routine in der wir feststecken gemacht, damit dir der Übergang leichter fällt und du Schritt für Schritt wieder auf die richtige Spur kommst. Man schafft es meist nicht mit einem einzigen großen Sprung aus dem Loch. Sondern mit Sprüngen, Handgriffen, Klettern, einer Menge Kraft und vielleicht auch mit ein paar Hilfsmitteln.

Wir alle landen hin und wieder in diesem Loch. Uns fällt der Abstieg oder der Fall gar nicht auf, bis wir uns auf dem Boden der Tatsachen wiederfinden. (Wow, dieses Metapher Wortspiel hat mich gerade selbst überrascht), in einem Chaos gemischt aus versüfften Verpackungen von bestelltem Essen, Pappschachteln von Amazon und der gewöhnlichen Unordnung deines Zuhause, wenn du eine Party mit 50 Leuten gefeiert hättest. Um es gar nicht so weit kommen zu lassen, kannst du diese kleinen Veränderungen immer wieder direkt anwenden, um den kompletten Abstieg zu vermeiden.

Genug mit den Metaphern, jetzt geht’s aber los.

Was kannst du tun?

Wie schon gesagt, handelt es sich hier um viele kleine Veränderungen, die sind meist sehr minimal und erfordern wenig Aufwand, kann dafür aber einen großen Effekt haben.

1. Ändere deinen Medienkonsum

Wenn du dich den ganzen Tag mit irrelevanten und eher niederschlagenden Medien und Inhalten umgibst, verarbeitet dein Verstand diese Informationen und die Gefühle, die dabei vermittelt werden. Diese Emotionen werden auch auf dich übertragen und die Masse an Informationen, die dir durch die Medien vermittelt wird, ist sehr erdrückend.

Daher Tipp Nummer 1: Ändere etwas an deinem Medienkonsum. Ich weiß, man könnte auch einfach sagen “Konsumiere keine Medien mehr” aber das wäre eine zu große Veränderung auf einmal, da Medien einen festen Bestandteil deiner Routine darstellen können und ohne sie würde etwas fehlen. Deshalb streichen wir nicht den Medienkonsum, wir verändern ihn. Und hier sind Beispiele wie:

Sei aufmerksam

Wenn du wieder vor dem Fernseher liegst und dir eine Serie anschaust, dann beobachte dich selbst: Wie lässt es dich fühlen? Was genau catched dich so daran? Was ist das, was dich immer wieder zu dieser Serie zurück kommen lässt?

Mach einen Schritt in die Vergangenheit

Nein, du sollst nicht das Fernsehprogramm der letzten Woche ansehen und auch nicht ein paar Folgen von Denver Clan zurückspulen. Schnappe dir einen Film, ein Hörspiel, Buch.. aus deiner Kindheit, mit dem du gute Erinnerungen verbindest. Lass dich zurückversetzen, als du kleiner warst, (die Dinge vielleicht noch nicht so schwer und kompliziert) und lass den Stress und die Negativität der Außenwelt einfach mal draußen.

Ändere das Programm

Das wohl einfachste: Ändere das was du siehst. Du hast sowieso die Fernbedienung oder Handy in der Hand oder stehst sowieso kurz vor dem Bücherregal. Wenn das Buch dich runterzieht oder du es dir schwer machst es zu lesen, dann lege es weg und lies ein anderes. Instagram oder TikTok geben dir ein schlechtes Gefühl? Dann such dir neue Accounts, schau bei Pinterest rein oder jede andere App.

Für mich hat es einen riesen Unterschied gemacht einfach den Content zu ändern, den ich gerade sehe. Videos über Sims 4 Speed Builds oder Behind The Scence von RuPauls Drag Race haben mich nur mehr in dieser Spirale voller Bequemlichkeit festgehalten. Stattdessen habe ich meine Lieblingsyoutuber wieder rausgesucht und mir deren inspirierenden Content angesehen. Ein Vlog, Rezepte, Tipps für mehr Organisation oder ein Tutorial für ein Programm mit dem ich schon länger lernen wollte motivieren mich so sehr.

Versteht mich nicht falsch, Sims 4 Speed Builds und RuPauls Drag Race sind keinesfalls “schlechter” Content. Jeder Content ist dazu da irgendetwas in uns auszulösen und diese Macht kannst du dir zu nutze machen. Freitagabends ab 19 Uhr könnt ihr wissen was ich mir ansehe und es wird sicherlich kein “Clean with me”-Vlog sein.

2. Ändere deine Umgebung

Ok, diese Änderungen können schnell in größere Projekte ausufern, aber es gibt so viele kleine Sachen, die du in deiner Umgebung verändern kannst, die einen Effekt auf dein Gemüt haben. Hier sind ein paar Beispiele:

Räume 10 Minuten auf

Nur 10 Minuten. Oder für den Anfang vielleicht auch nur 5 Minuten für einen Raum in den du dich befindest. Innerhalb dieser kurzen Zeit kannst du eine angenehme Atmosphäre schaffen. Dinge die du in 5 oder 10 Minuten erledigen kannst:

  • Mache dein Bett
  • Werfe herumliegende Kleidung in den Wäschekorb
  • Bringe Geschirr in die Küche und staple es ordentlich an der Spüle oder stelle es in den Geschirrspüler
  • Räume größere Oberflächen (Tische, Kommoden, Fußböden) grob auf
  • Öffne Fenster und lasse kurz Lüften

Räume das Zimmer um

Die Anordnung unserer Möbel hat ebenfalls einen großen Effekt auf das Raumgefühl und ein neues Raumgefühl, kann auch in dir neue Inspiration entfachen. Es geht los bei kleineren Dingen wie das Verschieben der Zimmerpflanze und geht weiter mit dem Drehen des Tisches oder des Schranks. Tipp von mir: Eine Tischlampe an einen anderen Ort stellen kann den Raum gleich ganz anders wirken lassen.

Etwas neues

Vielleicht schleichst du schon lange um einen neuen Tisch herum oder eine neue Lampe. Vielleicht muss etwas altes aus deiner Wohnung ersetzt werden. Oder vielleicht brauchst du einfach nur eine neue Pflanze oder einen schönen Strauß Blumen um deinen Raum etwas aufzupeppen. Gönne dir endlich mal was neues. 🙂

3. Probiere neues aus

Die ganze Kategorie ist eine Ansammlung an möglichen neuen Aktivitäten und Experimenten, die du machen kannst um dich endlich wieder mehr wie du selbst zu führen. Neue Dinge in unserem Leben sorgen dafür, dass wir aufgeregt sind. Schließlich ist es etwas neues, unbekanntes und gewöhnungsbedürftiges. Etwas, was nicht in deinen Trott oder deine Komfortzone passt, weil es eben neu ist. Es gibt so viele kleine und große Sachen die du ausprobieren kannst:

Neue Rezepte:

Durchstöbere Pinterest oder das Maggi Regal im nächsten Einkaufsladen und lasse dich inspirieren von neuen Rezepten die super einfach zu machen sind. Das Beste daran ist: Du kochst selbst. Du durchbrichst den Kreislauf bei immer den selben 3 Restaurants zu bestellen. Wenn es die Zeit hergibt kannst du auch ein neues Restaurant ausprobieren und direkt dort hingehen.

Neue Frisur

Okay, ein Friseur Besuch braucht viel Überwindung und man muss sich viel dazu bewegen. Das ist natürlich eine Variante um an eine neue Frisur zu kommen. Andere Wege wären: Selbst zu Hause färben oder vielleicht sogar schneiden. Vielleicht brauchst du aber auch nur eine neue Flechtfrisur, zum ausprobieren. Auch hier sind die Möglichkeiten endlos.

Ich kann mich gut daran erinnern, als ich mir endlich den Entschluss gefasst habe und meine Spitzen selbst zuhause geschnitten habe. Es sah nicht schlecht aus, aber vor allem hatte ich endlich wieder schöne Haare, die gesund aussahen und sich mehr nach… MIR angefühlt haben.

Neue Kleidung

Auch neue Kleidung kann viel bewirken. Gönne dir ein neues Outfit in dem du dich so wohlfühlst und dich selbst so gut aussehend findest, dass du dich schon fast darauf freust es bald zu tragen. Wichtig dabei ist, dass du wirklich Kleidung wählst in denen du dich zu 100% wohlfühlst und keine Jogginghose ist.

Neues Projekt

Vielleicht brauchst du einfach nur ein neues Projekt, eine Herausforderung, die Umsetzung einer Idee, die du unbedingt umsetzen willst. Neue Projekte oder die Umsetzung von Ideen lässt mich so motiviert sein und sehr positiv in den Tag starten, weil ich weiß, ich werde an etwas coolem Arbeiten und am Ende kommt etwas raus, was ich selbst getan habe und was mir Freude gemacht hat. Sei es ein Blog (Blogpost-Reihe), das Schreiben eines Buchs oder vielleicht die Renovierung eines Raumes bei dir Zuhause. Alles kann ein Projekt sein.

4. Nimm dein Leben in die Hand

Diese Kategorie an Ideen ist schon eher was für die Herausforderer. Hier nehmen wir wirklich wieder unser Leben in die eigene Hand, wir übernehmen die Kontrolle und Verantwortung wieder selbst.

“Eat the frog”

Das englische Sprichwort “Eat that frog” (Iss den Frosch) bedeutet, sich dem Elefant im Raum zu widmen. Die Aufgabe, die du bereits die ganze Zeit um dich herum trägst und die einfach zu groß und zu unbequem ist um sie zu machen. Sei es ein Termin beim Amt zu machen wegen einer wichtigen Sache oder zum Arzt zu gehen, Verträge zu kündigen, endlich den Hörer in die Hand nehmen und das unangenehme Gespräch führen. Tu es. Nimm dir die Aufgabe vor und mache es, los!

Tipp: Vielleicht kannst du die Aufgabe noch in Teilaufgabe runterbrechen oder du kannst dich mental besser auf die Aufgabe vorbereiten wenn du dir vor Augen führst was du alles zu tun hast.

Verändere deine Routine

Oft ist es schon eine winzig kleine Veränderung in der Routine, die den Stein ins Rollen bringt. Sei es, dass du dir angewöhnst anstatt abends lieber morgens zu duschen (oder umgekehrt). Oder vielleicht stehst du morgens eher auf um mehr Zeit für dich und deine Gedanken zu haben. Seine Routine kann man immer wieder verändern und es kann große Auswirkungen auf deinen Tag und deine Stimmung haben.

Tipp: Ändere bewusst nur eine Sache auf einmal. Von jetzt auf gleich wird der Sprung von dem “Ich steh 15 Minuten bevor der Bus kommt” zu “Ich gehe jede Morgen Joggen, meditiere, lese und frühstücke” mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nicht funktionieren.

Mach dir einen Plan

Wenn dein Loch schlicht weg daher kommt, dass du prokrastinierst. Dann mach dir einen Plan. Mach dir eine Auflistung mit den allerkleinsten Teilaufgaben und plane diesen wirklich für die nächste Woche oder auch nur für den nächsten Tag. Was ist der allererste kleine Schritt der gemacht werden muss? Beginne damit.

Eine Challenge starten

Möglich dass du nur den Moment brauchst, der alles ins Rollen bringt. Da kann eine Challenge dir sehr gelegen kommen. Der Beginn von etwas neuem löst bei uns Aufregung und Euphorie aus und diese Gefühle kannst du für dich nutzen. Vielleicht beginnst du eine Sport-Challenge, eine Drawing-Challenge oder jede andere Art von Challenge, die dir einfällt. Und es müssen nicht immer gleich 30 Tage sein. Oftmals reichen auch 2 Wochen, oder 7 Tage.

Starte Journaling

Achtung, ich rede hier nicht vom Bullet Journaling. Mit Journaling ist ein schlichtes aufschreiben der Gedanken gemeint. Es ähnelt dem Tagebuch schreiben und du kannst es ebenfalls auf einer täglichen Basis machen. Zum Journaling gibt es unterschiedliche Methoden, aber du musst dich damit nicht zwingend befassen bevor es losgeht. Du brauchst einzig und allein einen Stift und Papier, den analog bleibt besser im Kopf.

Schreibe deine Gedanken nieder, schreibe dir alles auf was dir in den Sinn kommt. Ungefiltert, unzensiert, denn niemand außer du soll das lesen. Niemand wird dich für das was du schreibst verurteilen und niemand wird schlecht von dir denken. Schreibe alles auf. Wie fühlst du dich aktuell? Warum fühlst du dich so? Was ist es was dich stört? Warum denkst du ist das so? Was willst du nicht vergessen? Was kannst du verändern?

Tipp: Rede dir gut zu. Ich meckere viel in meiner Journaling Session vor mich hin, aber ich versuche mir dann gut zuzureden und Verständnis für mich selbst zu zeigen. Ich gebe mir selbst eine positive Perspektive auf die ich mich konzentrieren kann. Es hilft mir, meine unbewussten Entscheidungen und Gefühle besser nachzuvollziehen und damit zu arbeiten, anstatt dagegen zu arbeiten.

Das waren meine Tipps!

Was änderst du um wieder aus dem Loch rauszukommen? Schreib es mir in die Kommentare! 🙂

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Bis zum nächsten Mal!
Lisa ♥

 

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